PINK PADDLER


Steckbrief

  • Projekttitel: Pink Paddler
  • VDWS- Mitglied/Schule: Ute Lüdke- Uni Surf Team Rügen: https://www.ustruegen.de/
  • Zielgruppe: Von Brustkrebs betroffene Menschen, die in Ihrer Freizeit gemeinsam Drachenboot fahren
  • Wassersportarten: Drachenboot und SUP
  • Intention/Ziele: 
    • Sport fördert grundsätzlich Heilungsprozesse und steigert die Lebensqualität
    • Körperlicher Nutzen (Stärkung der Muskulatur, Lymph- Drainage, …)
    • Bejahende Einstellung zum Leben gewinnen, Spaß haben - Neue Menschen, Sportarten und Reviere kennenlernen
    • Gemeinschaft erleben, der Austausch zwischen den Sportlern, zwischen Breitensport und Leistungssport, zwischen den Betroffenen und Nicht- Betroffenen
  • Veranstaltungen: 2017 und 2018 mit über 40 erwachsenen Teilnehmern unterschiedlichen Alters.
  • Kooperationspartner:

"Pink Paddler" in Dranske 2019- ein persönlicher Bericht

 

Dranske auf Rügen und das Projekt sind in meinem persönlichen Jahresplan ein fester Termin. Auch in diesem Jahr habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Über 50 Wassersportverrückte mit ihren Familien oder Freunden haben sich am 4. Oktober vor der Surfschule der Rügen Piraten eingefunden. Es werden neben einer Vorstellungsrunde alle als erstes auf die einzelnen Verhaltensweisen im Boot hingewiesen. Kernpunkt: Ruhe bewahren und immer den Anweisungen des Steuermanns folgen. Von den jüngsten bis zur ältesten Teilnehmerin sind alle freudig gespannt. Schnell sind zwei Gruppen gebildet und die Neuen werden zwischen die erfahrenen Paddler platziert. Bevor es aufs Wasser geht wird auf der Wiese, die sonst die Kitesurfer für ihr Equipment nutzen, mit funktioneller Gymnastik der Körper aufgewärmt. Mit zwei Booten geht es raus auf den Wieker Bodden. Und endlich bei leichtem Wellengang, Wind und freundlichen Spötteleien fällt die Anspannung nach und nach ab.  Die Mundwinkel gehen nach oben und dieses Grinsen begleitet mich und so manch anderen die gesamte Zeit. Belohnung ist für alle, wenn während der Wassereinheit die Sonne durch die Wolken schaut oder auch mal einen Regenbogen an den Wolkenrand produziert.

Das Besondere in dieser Zeit ist, dass neben den Wassereinheiten im Drachenboot auch das SUP (Stand Up Paddeln), Outrigger oder die Sit On Top Kajaks ausprobiert werden können.

Mir hat es das SUP angetan. Bereits im letzten Jahr habe ich auf dem Bodden schon auf dem Board gestanden. Bei ruhigem Wasser (Ententeich- ähnlich) und einem Board, dass breit und ruhig auf dem Wasser lag. Dieses Jahr waren die Wetterverhältnisse spannender. Mein Board leicht und wendig (warum um alles in der Welt wollte ich das denn?). Das Wasser kabbelig und ich nervös gespannt. Meine gesamte Konzentration war auf den festen Stand gerichtet. Hat mir auch gleich den Kommentar: „Mensch Sunny, morgen wirst du einen handfesten Muskelkater haben“ eingebracht. Ich pfeif' drauf. Wind und Wellen drücken uns wieder an den Strand und selbst die Jüngsten haben so ihre Schwierigkeiten. Sie kämpfen aber tapfer und mit kleiner Hilfe sind auch sie letztlich aus dem Uferbereich raus.

Das Board steuern und wenden üben wir als erstes. Mein Board kippelt und ich bin nur froh, dass ich oben bleibe. Aber Ute, unsere erfahrene SUP-Instruktorin, hat schon die nächste Herausforderung parat:

Sie führt uns zielstrebig Richtung Seglerverein. Na Klasse! Um dorthin zu gelangen, müssen wir uns auf das Board knien und unter dem Steg drunter her paddeln. Abwechselnd kämpfe ich mit meiner Besorgnis nicht baden zu gehen und rechtzeitig auf die Knie zu kommen. Zum Glück macht da am Ufer keiner ein Video von meinen Künsten, denn prompt verpasse ich den richtigen Moment und komme nicht rechtzeitig runter. Dafür kann ich mich am Brückenpfeiler festhalten und hangele mich mit dem Board unter den Füßen soweit hin und her bis ich unter der Brücke durch komme. Aufatmen und wieder hoch in den Stand. Sonne und Wellen genießen ist dieses Mal nur nebenbei drin. Aber stolz bin ich doch, denn den Rückweg habe ich besser geschafft. Der prophezeite Muskelkater hielt sich in Grenzen und letztlich überwog die Freude und der Stolz mal wieder etwas außerhalb der Norm geschafft zu haben.

Es ist genau die Mischung aus Sport und Gemeinschaft, die Dranske alljährlich zu dem machen, was es ist: Irre gut und nachhaltig und das nach nur 3 Tagen.

 

 

Ute Hütten (Teilnehmerin)


„PINK PADDLER“ 2018- ES GEHT WEITER!!

 

Auch 2018 durfte natürlich das Projekt der  „Pink Paddler“- einer der Preisträger aus 2017- von Ute Lüdke (UST Rügen/Rügen Piraten) nicht fehlen.

Wir freuen uns, dass das Preisgeld in eine weitere Veranstaltung investiert wurde und das Social Project- wieder mit Unterstützung des VDWS unter dem Slogan:

“SUP und Drachenboot – Fortbildung mit den Schwerpunkten Entspannung und Ernährung”

fortgesetzt wurde!

Hier dazu ein Artikel aus “The Dragon Boat World´s Magazine” – October 2018 über das Projekt mit und für vom Brustkrebs betroffene Menschen.

 

Pink Paddler 2018

 

September/Oktober 2017

 

Bericht “Pink Paddler” von Sabrina

 

Pink Paddler zum 4. Mal zu Gast im Trainingslager bei den Rügen Piraten in Dranske

 

Die Pink Paddler sind von Brustkrebs betroffene Menschen, die in Ihrer Freizeit gemeinsam Drachenboot fahren. Egal ob sportlich angehaucht oder eher locker, alle sitzen in einem Boot. Mittlerweile bei vielen Events in ganz Deutschland vertreten fand auch in diesem Jahr in Dranske ein gemeinsames Trainingslager statt. Mit insgesamt 43 Pink Paddlerinnen im Alter von 18-70 Jahren gestalteten Bernd Bolder und Ute Lüdke in Kooperation mit dem Uni Surf Team Rügen vom 30.09. – 02.10.2017 ein buntes Rahmenprogramm. Unterstützt wurde die Aktion von der VDWS- Wassersportschule Rügen Piraten, dem Nohotel und der Surfbar.

Der Freitag stand unter dem Motto Anreise. Neben den Pink Paddlern aus dem Ruhrgebiet waren auch Damen aus Hamburg, Berlin und mit der weitesten Anreise die Gruppe aus Tübingen vertreten. Die ca. 1.100 km die die Damen erstmalig von Tübingen nach Dranske auf sich genommen haben, haben die Frauen nicht bereut. Ganz im Gegenteil.

Samstag um 10 Uhr ging es los. Gemeinsame Eröffnung an der Surfschule. Viele Frauen und Trainer kannten sich bereits aus den Jahren zuvor. Aber auch die neuen die zum ersten Mal an dem Trainingslager teilgenommen haben wurden sehr gut aufgenommen und integriert. Die Stimmung war demnach super! Leider war das Wetter etwas zu windig, sodass kurzerhand umgeplant wurde. Normalerweise wird direkt vor der Surfschule auf dem Wieker Bodden gepaddelt. Leider lies der starke Wind das nicht zu, sodass kurzer Hand die Boote zur anderen Seite auf die Ostsee transportiert wurden. Luftlinie ca. 500m war die Ostsee vom Ostwind etwas geschützter und das Training wurde erstmalig dort durchgeführt. Für viele ein echtes Highlight. Welcher Drachenbootfahrer kann schon von sich behaupten schon mal auf der Ostsee gepaddelt zu sein. Und dann direkt zwei Trainingseinheiten an einem Tag. Ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten.

Am Abend traf man sich zum gemeinsamen Abendessen im Strandhotel mit einer anschließenden Eröffnungsparty bei Live Musik in der Surfbar. Nicht nur beim Paddeln im Drachenboot – auch auf der Tanzfläche machten die Damen eine tolle Figur. Die Stimmung war großartig.

Nach einer kurzen Nacht traf man sich auch sonntags morgens wieder an der Ostsee zum Training. Der Wind lies es auch am zweiten Tag leider nicht zu auf dem Wieker Bodden zu Paddeln. Aber das tat weder der Stimmung noch dem Training einen Abbruch. Also wurde auch am Sonntag auf der Ostsee fleißig trainiert. In der zweiten Trainingseinheit tauschten die Damen dann das Drachenboot gegen das SUP. Auch hier stand der Spaß im Vordergrund. Nach einer kurzen Trockeneinweisung durch Jens von den Rügen Piraten ging es diesmal auf den Wieker Bodden zum SUP paddeln. Auch das sorgte für gute Stimmung und war für viele zeitgleich das erste Mal auf einem SUP.

Nachdem zwei anstrengende Trainingseinheiten hinter den Damen lagen, ging es am Nachmittag gemeinsam zum Drachenfest nach Juliusruh. Hier haben die Damen zahlreiche pinke Drachen in den Himmel aufsteigen lassen. Ein tolles Bild und ein toller gemeinsamer Nachmittag am Strand mit viel Spaß und tollen Gesprächen. Der Abend klang in gemütlichem Beisammensein im Nohotel aus.

Am Montag spielte das Wetter dann leider gar nicht mehr mit. Es regnete in Strömen. Kurzerhand wurde das Körperkrafttraining mit Jens von den Rügen Piraten in die Surfbar verlegt. Jens zeigte den Damen viele Übungen die man nur mit seinem eigenen Körpergewicht auch zu Hause ausüben kann. Die gemeinsame Einheit hat für viel Spaß gesorgt. Das anschließend geplante Drachenboottraining viel leider buchstäblich ins Wasser. Stattdessen fuhr man gemeinsam zum Kap Arkona. Am Abend hieß es dann leider Abschied nehmen. Die Rügen Piraten luden noch zum gemeinsamen Saisonabschluss ein. Bei Live Musik und Feuerstelle klang der Abend gemütlich aus. Zufrieden und voller Vorfreude auf das nächste Jahr!

Es sind wieder neue Freundschaften entstanden. Die Damen hatten ein super anstrengendes Trainingslager hinter sich und sind alle sehr zufrieden zurück in die Heimat gefahren. Mit welchem Ehrgeiz und Spaß die Damen alle mitgezogen war einfach nur toll mitanzusehen. Von ihrer Erkrankung war hier wenig zu spüren. Alle waren einfach nur gut gelaunt und durchweg positiv gestimmt. Eine Lebenseinstellung die mitreist.

Besonders erfreulich ist es, dass auch immer mehr erfahrene Paddler, Steuerleute und Trainer sich hier anschließen und die Pink Paddlern unterstützen und fordern. So waren in diesem Jahr Bernd Bolder und Detlev Kuhnert vom KEL Datteln sowie Dennis Lepperhoff vom KC Witten als ausgebildete Trainer C-Lizenz vom DKV vor Ort. Außerdem dabei Frank Pfeiffer (international erfahrener Steuermann im DDV) und mit Jens und Ute zwei ausgebildete Sportwissenschaftler. Auch vor Ort Thomas Eggers. Er sorgt immer für den richtigen Schnitt. Das ganze Wochenende wird von Ihm in einem tollen Video zusammengefasst. Wer wissen will wie das genau in Dranske abläuft, der schaut sich die Videos an. Zu finden bei Youtube unter Pink Paddler Rügen.

Neu im Angebot für die Pink Paddler war in diesem Jahr auch der Oceansport. Leider aufgrund des Wetters etwas zu kurz gekommen. Bernd Bolder und Andre Hoff (KEL Datteln) sowie Dennis Lepperhoff und Sabrina Stübe (KC Witten) waren mit OC 1 vor Ort. Der starke Wind lies es aber leider nicht zu den Pinkis das OC Fahren näher zu bringen. Zukünftig ist es geplant den Oceansport weiter in das Rahmenprogramm zu integrieren und auch mit einem OC – 6 vor Ort zu sein. Das Interesse der Pinkis in die Richtung war groß, daher hoffen wir, dass beim nächsten Trainingslager mit der Unterstützung aus Datteln und Witten weiter ausbauen zu können.

Sabrina von den Pink Paddlers

 

 

Nachlese zum Social Project Pink Paddler

Zum 4. Mal trafen sich in diesem Jahr in Dranske die „Pink Paddler“ und andere Wassersportler. Pink Paddler sind von Brustkrebs betroffene Menschen, die in ihrer Freizeit gemeinsam Drachenboot fahren. Sie waren aus ganz Deutschland zu diesem Projekt angereist.

Auch wenn für die 44 Teilnehmer die Bedingungen zum Paddeln mit Böen bis zu 7 Beaufort auf dem Bodden nicht optimal waren, wurde nach alternativen Lösungen gesucht.  Das gesamte Team ist mit den Booten vom Bodden (wo der Wind voll „draufstand“) auf die Ostsee ausgewichen, was bei herrlichem Sonnenschein zu einem beeindruckenden und unvergesslichen Erlebnis wurde.

Einen guten Eindruck davon bekommt ihr hier: https://m.youtube.com/watch?v=otRBaFe1E4Y

Die Einführung in das Stand-Up-Paddeln fand bei Kälte und Nieselregen statt, wodurch sich die Teilnehmer nicht beirren ließen. Ohne zu „Zaudern“ ging es nach einer Technik- und Sicherheitseinführung durch Jens von den Rügen Piraten mit guter Laune am Bodden aufs Wasser. Jeder hatte seine persönlichen Erfolgserlebnisse und ging mit einem Lächeln vom Wasser.

 

Als Organisator dieser Veranstaltungen fragt man sich kurz vorher immer „warum tun wir uns diesen Vorbereitungsstress eigentlich jedes Jahr an“? Aber dank vieler Unterstützer wie VDWS, Rügen Piraten, Nohotel, Arkonabahn und CAJ Garz und der großartigen Hilfe einzelner Personen wurde es zu einem erfolgreichen Event. Wenn am Ende so viel Lebensfreude, tolle Gemeinschaftserlebnisse, wunderbarer Teamgeist und bei allen das Gefühl übrig bleibt etwas Neues ausprobiert und erfahren zu haben, sagt man sich: „Alles gut- nächstes Jahr wieder!“