WAVE4LIFE

Steckbrief

  • Projekttitel: Wave 4 life
  • VDWS- Mitglied/Schule: Wassersportschule Rügen Piraten
  • Zielgruppe:  Jugendliche aus der Drogen Prävention/Rehabilitation
  • (Wasser)Sportarten: Windsurfen, (Mega-) SUP, Warm-up - Aktionen (Elemente aus der Erlebnispädagogik), Radtour, Jollensegeln oder Kitesurfen
  • Intention/Ziele:
    • Teamwork, Konfliktbewältigung, Deeskalation
    • Spaß und Motivation, sportlicher Ehrgeiz, Auspowern
    • Entspannung, Natur genießen, Austausch durch Gespräche
    • Alternativen Sport erleben, Grenzerfahrungen
    • Mehr Selbstvertrauen und eine höhere Selbstwirksamkeitserwartung
    • Durch Selbst- und Fremderfahrungen setzen neuer persönlicher Grenzen
    • Interaktion mit dem Team der Wassersportschule, Integration in die Welt des Wassersportes
    • Veranstaltungen: 2016 bis 2018, je ein 8- tägiger Termin mit 7- 10 Jugendlichen im Alter von 15- 17 Jahren
  • Kooperationspartner:

WAVE4LIFE 2019

DANKESWORTE DER TEILNEHMER

Wir waren vom 24.05.2019 bis zum 30.05.2019 bei den Rügenpiraten.

Wir waren 12 Personen: 3 Mädchen, 2 Frauen, 6 Jungs und 3 Männer, im Alter von 13 bis 40 Jahren.

Wir möchten uns bei Euch bedanken ,dafür dass Ihr uns das Surfen beigebracht habt und wir unseren Surfgrundschein kostenlos bei Euch absolvieren durften.

Es ist wirklich erstaunlich zu sehen wie viel Kraft man beim Surfen braucht, sowie wie die Wellen sich auf das Surfen auswirken können.

Genauso ist es wahnsinnig schön zu sehen, wie die Anderen sich von Tag zu Tag verbessert haben und noch schöner war es, dass Ihr uns mit offenen Armen empfangen habt sowie uns mit Rat und Tat zur Seite standet.

Wir möchten auch ein großes Lob genauso wie ein riesiges Dankeschön sagen dafür, dass Ihr uns immer unterstützt und uns motiviert habt, wenn wir mal keine Motivation mehr hatten.

Wir haben es bei Euch sehr genossen, da Eure Atmosphäre einfach wunderschön ist und Ihr einfach wahnsinnig offene, liebe und gutherzige Menschen seid.

Wir hoffen dass wir bald wieder zu Euch kommen können, denn die gemeinsame Arbeit mit Euch macht wahnsinnig Spaß und ist sehr angenehm.

Ein großes Dankeschön sowie unser voller Respekt gehen an Euch, die das Projekt organisieren, unterstützen und sich die Zeit nehmen, um uns das Surfen beizubringen.

Auch für die Spenden, die uns diesen Ausflug mit ermöglicht haben, wollen wir Euch von Herzen danken!

All diese schönen Erlebnisse, die wunderbaren Momente und tollen Zeiten mit Euch werden wir uns für immer im Herzen behalten.

Fühlt euch lieb umarmt.

Liebe Grüße vom Keulenberg sowie von Priestewitz.

WAVE4LIFE 2018

 

DRANSKE 21.- 28.05.2018

In diesem Jahr fanden sich zum siebten Mal Jugendliche aus dem „Radebeuler Sozialprojekt RASOP“ bei den Rügen Piraten in Dranske ein.

Neun Jugendliche konnten eine Woche lang neue Eindrücke und Erfahrungen – gemeinsam mit ihren Betreuern sowie den Windsurflehrern Thore Langelüddecke und Clara Hanewinkel – sammeln.

Das Fundament des Projektes ist, dass die Jugendlichen – welche alle aufgrund von Drogenmissbrauch aus ihrem Lebensraum gezogen wurden – durch die situativen Stimuli beim Windsurfen einen natürlichen Kick erleben und dadurch angehalten werden alternative Strategien gegen den Drogenkonsum für sich zu entdecken.

 

Die Wassereinheiten wurden von einigen mit großem Ehrgeiz verfolgt, andere konnten für sich mehr positive Empfindungen aus den Rahmen- und Flauten Aktivitäten herausziehen. Diese ergaben sich oft sehr dynamisch und ohne große Instruktionen der Betreuer von der gesamten Gruppe aus. Dabei lernten sich die Jugendlichen untereinander besser kennen und nach einiger Zeit wurden auch die Betreuer als „cool“ wahrgenommen.

 

Dennoch gab es während der Zeit auch „Turbolenzen“, welche in Gesprächsrunden erörtert und diskutiert wurden. Aber dies gehört bei solch einem Projekt definitiv mit dazu!

Indem sich die Jugendlichen als Probanden für den parallel laufenden VDWS-Windsurflehrerlehrgang „verpflichteten“, unterstützten sie die Prüflinge mit bester Intention. Dadurch und mit anderen Aktionen – z.B. helfen beim Kochen und Abstechen des Volleyballfeldes – brachte sich die gesamte Gruppe in das Rügen Piraten Team und deren Umwelt mit ein.

Obwohl anfangs bei allen Jugendlichen noch wenig Begeisterung für die vielen neuen Begriffe und Gesetzmäßigkeiten rund um den Wind und das Windsurfmaterial aufkam, wurde nach und nach eingesehen: „Theorie muss sein – Theorie gehört dazu.“

Dementsprechend wurde das Vorhaben „Windsurfen zu lernen“ von der Mehrzahl der Jugendlichen mit dem Erwerb der VDWS Windsurflizenz als nachhaltige Errungenschaft stolz mit auf das Festland genommen.

Das Feedback war sehr herzlich und emotional, wobei deutlich wurde, dass jeder von ihnen die Zeit an und im Umfeld der Wassersportschule sowie in der Natur für sich und mit der Gruppe genossen hat.

Und wer weiß, vielleicht kommt ja mal einer der Teilnehmer dieses immer wieder kehrenden Camps als Wassersport- Assistent in Frage und schlägt die Laufbahn des Wassersportlehrers ein. Das wäre natürlich ein weiteres Ziel, welche in den kommenden Jahren „auf die Fahnen geschrieben” werden könnte

Zu danken sind allen privaten Spendern, dem NoHotel, dem VDWS für die Lycras und gesponserten Grundscheine, den Rügen Piraten für das “zur- Verfügung stellen” von Material und Trainern und  der „Dronte Bar“ für das tolle interaktionale Kochen und das leckeren Essen.

Clara Hanewinkel

 

Links:

Juni 2017 

Wave 4 Life in Dranske

Wave4life in Dranske 07.- 11.06.2017

“Ich hätte nie gedacht, dass ich den Surfschein schaffen würde!” – eine Gruppe stolzer Jugendlicher sitzt in der Abschlussrunde mit Windsurf-Grundscheinmappen in ihren Händen.

Zum 6. Mal geht eine abwechslungsreiche Woche für zehn Jugendliche, welche eine intensive Drogenzeit durchlebt haben, zu Ende.

Sie sind Klienten des „Radebeuler Sozialprojekts RASOP“ (http://www.rasop.org/cms), bei dem durch Wohngruppen und unter Betreuung von Sozialpädagogen ihre Neu-Eingliederung und Eigenständigkeit in der Gesellschaft unterstützt werden sollen.

Durch private Spenden konnten sie ein Wasser- und Naturprogramm bei den Rügen Piraten (www.ruegen-piraten.de) in Dranske erleben. Im NoHotel wurde genächtigt, in der „surfbar“ wurde das Camp verpflegt. Neue Erfahrungen und unerwartete Momente konnten unter anderem beim Windsurfen, (Mega-) SUP und bei einer kleinen Inselerkundung mit dem Fahrrad gemacht werden.

Mit dem Ziel einen natürlichen Kick durch den Wassersport zu fühlen, so wie auch Grenzerfahrungen machen zu können, brachten die WindsurflehrerInnen Thore und Clara den Jugendlichen jenen Sport näher. Sie wurden durch stürmische Bedingungen in den ersten Einheiten herausgefordert, welches einige “anfixte“. Dadurch und danach konnten und wollten die Jugendlichen in den folgenden Tagen – selbst bei wenig Wind- mit möglichst großen Segeln weiterüben, um maximal „schnell sein zu können“.

Um auch in zukünftigen Ausflügen den Sport verfolgen zu können, wurde den Jugendlichen das nötige Theoriewissen vermittelt, um den VDWS Windsurfgrundschein angehen zu können. Da zwei Jugendliche aus dem Camp schon im Vorjahr ihre ersten Windsurferfahrungen machen konnten, kam es zusätzlich innerhalb der Gruppe zum regen Austausch. Erfolgreich bestanden gegen Ende des Camps alle sechs Grundscheinanwärter die praktische, so wie auch die theoretische Prüfung.

Jene, welche die Begeisterung für das Windsurfen nicht so ausgeprägt teilten, genossen trotzdem die gemeinsamen Ausflüge und den Tapetenwechsel mit der Gruppe und wurden dadurch wieder “ins gemeinsame Boot geholt”. Die Jugendlichen konnten durch den Einblick in den Alltag der Rügen Piraten erfahren, wie die unterschiedlichsten Charaktere mit derselben Passion an einem Ort zusammentreffen, arbeiten und miteinander leben. Sie haben sich mit selbstgebackenem Kuchen und Aufräumarbeiten am Wassereinstieg der Gemeinschaft erkenntlich gezeigt und haben durch Kickerspielen, gemeinsames Tricksurfen und „Speedsimulator -Action“ mit dem Wassersportteam interagiert sowie sich in den Mini-kosmos integriert. Dabei lernten sie die allgemeine Handhabung und Wertschätzung der Gepflogenheiten und Materialien (Surfbretter, Segel, Müllentsorgung usw.) kennen und mussten diese einhalten. Nach anfänglichen “Querschlägern” schien dies für jeden Teilnehmer Sinn zu machen und wurde akzeptiert.

Über die Camp- Tage hatte jeder Jugendliche die Chance auf neutralem Boden neue Erfahrungen machen zu können, wobei die Neugier und das Interesse neue Dinge zu wagen, oder alte Dinge zu schätzen (z.B. die Natur) entfacht wurde. Das Selbstvertrauen stieg mit einer höheren Selbstwirksamkeitserwartung. Zudem wurden durch neue Selbst- und Fremderfahrungen persönliche Grenzen gesetzt, was sicherlich für zukünftige Herausforderungen ein guter Baustein sein wird.

Ausgepowert und satt an Impressionen konnten die Jugendlichen zur Ruhe kommen.

“Es war wie im Flow,” beschrieb eine Teilnehmerin ihre Camp- Erfahrung.

Clara

Beispielhafter Plan für das Projekt „Wave 4 live“:

Dienstag:

·        Ankommen, gemeinsame Vorstellungsrunde

Mittwoch:

·        Gemeinsames Frühstück, Treffen auf der Piratenwiese

·        Erlebnispädagogische Spiele- z.B. Seildurchlauf

·        Morgenrunde/Vorstellung der TeilnehmerInnen und Betreuer. Vorstellung von Projekt/Urheber/Sponsoren/Unterstützer. Einbringen an der Schule als möglichen Dank.

·        Einweisung Wassersportschule/Personal, Revier, Wind-/Himmelsrichtungen…

·        Aufriggen, Riggtransport und Riggspiele – Pause/Volleyball – Board allgemein, Board-Wettpaddeln zu zweit, Boardspiele

·        Simulator, Riggs+Boards…raus bei Starkwind! => erste Erfolge bis hin zur Drehung

·        Abendessen, Abschlussrunde, gutes Feedback, ausgepowert…

Donnerstag:

·        Morgenrunde Auffrischung vom Vortag, “raus aufs Wasser”…bis Drehung, Höhe laufen

·        Simulator, “raus aufs Neue”

·        Abschlussrunde, späteres Treffen für Interessierte um den Ostseestrand mit Steinesammeln, etc. kennenzulernen und Gespräche zu führen

Freitag:

·        Morgenrunde: Probleme vom Vorabend werden ausdiskutiert und probiert was Sinnvolles „herauszuziehen“. Volleyball.

·        Theorieeinheit

·        Wieder aufs Wasser, eine halbe Stunde ist Pflicht! Teilweise sehr motiviert, teilweise gar nicht…abends alle völlig platt und durch…

Samstag:

·        Radtour bis zum Nordstrand, über Küstenlinie, Kreptitzer Heide…und mit Fischbrötchen über Kuhle zurück, ca. 35 km!

·        Ein paar Freiwillige möchten noch eine Stunde surfen…gemeinsames Abendessen

Sonntag

·        Volleyball, Morgenrunde

·        Theorieprüfung für 6 Prüflinge…alle geschafft!

·        Pause – Abschlussrunde mit hauptsächlich positiven Rückmeldungen zu sich selbst, der Woche, der Gruppe dem Ort und den Piraten.

·        Dann alle startklar für SUP und Mega- SUP Ausflug zur Ostsee an den Wracks vorbei.

 

Grundsätzlich: Dieses Mal deutlich weniger “Nebenher- Action” und Erlebnispädagogik wie die letzten beiden Jahre, was daran lag, dass die beiden ersten Tage so viel Wind war. Dies war einerseits eine große Anstrengung für die TN und die Bedingungen andererseits so gut, dass man das Surfen nicht abbrechen wollte, um Ersatz oder EP- Programm zu machen.